Lungenforscher aus aller Welt trafen sich zum 5. Internationalen Symposium des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am 16. und 17. Juni in Hamburg. Das diesjährige Symposium stand unter dem Motto „Networks in Lung Research“. Gemeinsam mit den Deutschen Zentren für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und Infektionsforschung (DZIF) sowie dem Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ loteten die Teilnehmer Grenzbereiche ihrer Disziplinen aus. Renommierte internationale und nationale Sprecher stellten etwa 150 Ärzten und Wissenschaftlern den Stand der Fachgebiete dar. Zudem hatten Nachwuchswissenschaftler die Gelegenheit, ihre Projekte in Form von Kurzvorträgen oder Postern zu präsentieren.

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Ein thematischer Schwerpunkt des Symposiums war die Epidemiologie, welche sowohl die Bereiche Kardiologie, Infektiologie als auch Pneumologie betrifft. Die Referenten Peter Burney (Imperial College London) und Jørgen Vestbo (Universität Manchester und amtierender Präsident der European Respiratory Society, ERS) sprachen zum Thema Ko-Morbiditäten. Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Lungenerkrankungen bedingen und beeinflussen einander. Aus diesem Grund sind sie gemeinsam Gegenstand von populationsbasierten Kohortenstudien wie der von Stefan Blankenberg (Universitäres Herzzentrum Hamburg) beim Kongress vorgestellten „Hamburg City Health“-Studie. Auch die Frage nach der Kosteneffektivität von Behandlungsmaßnahmen wurde für den Bereich Kardiologie/Pneumologie (Larissa Schwarzkopf, Helmholtz Zentrum München) sowie für die Typisierung Tuberkulose-Erkrankter (Roland Diel, Universität Kiel) thematisiert.

Viele Erkrankungen treten, wenn man ihre geographische Verbreitung betrachtet, unterschiedlich häufig auf. Ursache hierfür sind oftmals sozioökonomische Gründe, wie Klaus Rabe (LungenClinic Grosshansdorf) anhand des soeben erschienenen Berichts „The Battle for Breath“ der British Lung Foundation darstellte. Ein weiteres, für alle Disziplinen hochaktuelles Thema der Session „Trends in Chronic Disease“ ist „Ageing“, dessen molekularbiologische Implikationen bei chronischen Lungenerkrankungen Scott Budinger (Northwestern University, Chicago) erläuterte. Die Kurzpräsentationen der Trends-Session hatten miRNAs aus extrazellulären Vesikeln (Sabine Bartel, Forschungszentrum Borstel) sowie die Entwicklung eines intravitalen Mikroskops (Mario Pieper, Universität Lübeck) zum Inhalt.

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Anna Lena Jung (li) und Christine Fink  - zwei der drei PosterpreisträgerInnen - mit Prof. Dr. Klaus F. Rabe (DZL-Direktor des Standortes ARCN, Mitte)

In weiteren Sessions des Symposiums standen aktuelle Ergebnisse zu Sarkoidose, Zystischer Fibrose, Tuberkulose, Asthma und COPD auf dem Programm. Die drei Preise für die besten Poster gingen an Anna Lena Jung (Universität Marburg) für das „Poster Legionella pneumophila outer membrane vesicles are potent pro-inflammatory stimulators", Christine Fink (Universität Kiel) für das Poster „Dysregulation of epithelial JAK/STAT-signaling leads to malformation of the fruit fly’s airways" und Sebastian Marwitz (Forschungszentrum Borstel) für das Poster „TGF-ß on the loose: How downregulation of BAMBI contributes to perturbed signaling in NSCLC".

Das DZL-Symposium findet jährlich statt und wird jeweils von einem der fünf Standorte ausgerichtet. Es hat ausgewählte Aspekte aus Grundlagen-, translationaler und klinischer Forschung zum Inhalt. Das diesjährige Symposium richtete der Standort Airway Research Center North (ARCN) aus, den DZL-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Klaus F. Rabe leitet.

Weitere Informationen:

- Informationen zum Symposium

- Programm

- Abstractbook des Symposiums

- Bericht des NDR zum Symposium und zum Schwerpunkt Dieselabgase (im Interview die DZL-PIs Klaus Rabe, Heinz Fehrenbach und Holger Schulz)