Im Rahmen der Zukunftswochen der hessischen Landesregierung besuchte Ministerpräsident Volker Bouffier heute das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI) in Bad Nauheim. Das Institut gehört zum DZL-Standort „Universities of Giessen & Marburg Lung Center“ (UGMLC), welches wiederum die Federführung im DZL innehat.

DZL-Wissenschaftler Prof. Dr. Friedrich Grimminger (Vorstand des UGMLC) betonte in seiner Begrüßung die „translationale Mission“ des Forschungsverbundes. „Wir müssen uns daran messen lassen, dass wir die Erkenntnisse der Grundlagenforschung aufgreifen und sie in verbesserte Diagnose- und Behandlungsverfahren für Patienten mit Lungenerkrankungen umsetzen: In dieser Hinsicht hat das UGMLC Vorzeigecharakter“, betonte er. Diese Überlegung wurde von Prof. Dr. Werner Seeger, Vorstandsvorsitzender und Sprecher des DZL, in den Kontext der bundesweiten Lungenforschung gestellt: „Die Forscher des DZL, welches neben dem UGMLC auch die Standorte Kiel/Lübeck/Großhansdorf/Borstel, Hannover, Heidelberg und München umfasst, erforschen ein breites Spektrum unterschiedlicher Lungenerkrankungen, darunter Asthma und Allergien, die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Mukoviszidose, Lungenfibrose, Lungenentzündung, Akutes Lungenversagen, Lungenhochdruck und Lungenkrebs. Nur durch die Bündelung aller Kräfte gelingt es, Antworten auf die drängenden Probleme dieser wichtigen Volkskrankheiten, für die es bislang nur unzureichende Therapiemöglichkeiten gibt, zu finden.“

Dass dabei exzellente Grundlagenforschung immer Ausgangspunkt des Erkenntnisgewinns sein wird, wurde von Prof. Dr. Thomas Braun, DZL-Forscher und Geschäftsführender Direktor des MPI, hervorgehoben: „Dem Motto Max Plancks - Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen - erforschen wir am MPI in Bad Nauheim grundlegende Lebensvorgänge auf zellulärer und molekularer Ebene. Unser Ziel ist es, fundamentale, neue Mechanismen zu dechiffrieren, die für eine normale Funktion von Herz und Lunge notwendig ist, aber auch Ausgangspunkt für neue Ansätze in der Klinik sein können“. Dass dieser Transfer gelingt, wurde von DZL-Wissenschaftler Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani aufgezeigt: Dem Team der Gießener/Bad Nauheimer Lungenforscher gelang es in den letzten Jahren, mehrere neue Ansätze der Behandlung des Lungenhochdrucks in die Therapie einzuführen und zur weltweiten Zulassung zu bringen, wofür ihnen 2015 der Zukunftspreis des Bundespräsidenten verliehen wurde.

Neben der nationalen Führungsrolle in der Lungenforschung sind sowohl das UGMLC als auch das MPI für Herz- und Lungenforschung in zahlreiche internationale Verbünde eingebunden und unterhalten sogar Forschungslabore in anderen Ländern, wie unter anderem in Tibet/China und Buenos Aires. Zudem kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt an das UGMLC und das MPI nach Bad Nauheim, um hier auf internationalem Spitzenniveau zu forschen.

Bouffier Seeger EtAl vorDZL RollUp 2018 225x160 Bouffier KojonazarovErklaert 2018 225x160

v. l. n. r.: Prof. Dr. A. Ghofrani, Prof. Dr. J. Mukherjee, Prof. Dr. T. Braun, Prof. Dr. W. Seeger, MP V. Bouffier und Prof. Dr. F. Grimminger

DZL-Forscher Dr. Bakytbek Kojonazarov (li) erklärt dem Ministerpräsidenten Verfahren der Kleintier-Bildgebung

 

Über die konkrete Arbeit der DZL-Forscher am Standort konnte sich Ministerpräsident Bouffier beim anschließenden Rundgang durch die Labore informieren. So stellte DZL-Wissenschaftler Dr. Guillermo Barreto einen kürzlich entwickelten Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs vor. An anderer Stelle konnte Bouffier an sogenannten konfokalen Lasermikroskopen live verfolgen, wie sich entwickelnde Zellen ihre Funktion aufnehmen. Als weitere nicht-invasive Bildgebungsverfahren stellten Forscher dem Ministerpräsidenten neueste Untersuchungstechniken der Echokardiografie und der Kernspintomographie zur Untersuchung der Herz- und Lungenfunktion bei Kleintieren vor.

Bouffier lobte zum Abschluss die äußerst erfolgreiche Arbeit der Forscher an den Standorten, die vielen Patientinnen und Patienten und auch unserem Land zugute komme. Das Land Hessen unterstützt die Arbeit der Forschungseinrichtungen seit Jahren finanziell, und er sei sehr froh darüber, dass diese Unterstützung in äußerst erfolgreiche Forschungstätigkeiten gemündet sei.

Weitere Informationen / Quellen:

zur Pressemitteilung des MPI-HLR  (MH/WS)

Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI) in Bad Nauheim (DZL-Standort UGMLC)

Fotos: © Annette Hausmanns/MPI

 

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